12.9.2011
Kreis Soest. Ein neues Angebot an interessierte „Radiomacher“ im Kreis Soest hat der Radioverein Radio Lippeland seit kurzem im Angebot:
Vereine, Verbände, andere Gruppen, aber auch Einzelpersonen, die bestimmte „eigene“ Themen im Hellweg-Radio selbst senden lassen wollen, können im Rahmen des Bürgerfunks an einem neuen Redaktionsmodell teilnehmen. Ziel der neuen Redaktion im Aufbau, so Vereinsvorsitzender Norbert Hillebrand, ist, zukünftig ein regelmäßiges neues Bürgerfunkmagazin zu den Zeiten des Bürgerfunks im Hellwegradio auszustrahlen. Das erste Magazin soll noch vor Weihnachten sendefertig sein, wenn die Redaktion voll arbeitsfähig ist, kann maximal wöchentlich gesendet werden. Alle in der Redaktion Beteiligten haben die Chance, eigene Beiträge für das Magazin anzufertigen, können aber auch parallel eigene ganze Sendungen zu einem speziellen Thema gestalten. „Noch sind da jede Menge Sendeplätze frei“, erklärt Norbert Hillebrand.
Wer regelmäßig an dem Schulungsprogramm, das den Redaktionsaufbau begleitet, teilnimmt, kann zum Abschluss vor den Sommerferien 2012 auch den offiziellen „Radioführerschein“ erwerben.
Die Treffen der neuen Redaktion finden immer mittwochs um 18 Uhr statt, im Wechsel in den beiden Studios von Radio Lippeland, im Bürgerzentrum Alter Schlachthof in Soest und bei der INI in Lippstadt. Interessenten sind herzlich willkommen, der nächste Termin ist am 14.9.2011.
Mehr Infos zu den Terminen...
Pressemitteilung vom 11.4.2011
Bürgerfunker wollen wieder finanzielle Sicherheit
Radio Lippeland e.V. macht auf Probleme freier Radiowerkstätten aufmerksam – Gespräch mit Medienexperten der Landesregierung
Lippstadt/Kreis Soest. „Früher hatten wir eine große Resonanz und eine gesicherte Finanzlage, doch das ist lange vorbei“, Norbert Hillebrand vom Verein „Radio Lippeland“ klingt schon etwas resigniert. Seit 25 Jahren engagiert sich der Verein, um ehrenamtlich interessante Themen ins Lokalradio zu bringen. Kulturschaffende, Bürgerinitiativen oder zum Beispiel eine Gruppe engagierter Landwirte berichten aus ihrer Sicht über Programme und Probleme.
„Bis 2007 war die Finanzierung der Radiowerkstatt durch die sogenannte Minutenförderung sichergestellt. Zudem wurden die Sendungen vor dem „Tagesschauschatten“ ausgestrahlt. Das ist seit 2008 anders. Denn die Umstellung der Finanzierung auf Projektförderung führte zu massiven finanziellen Einbrüchen“, so Vorsitzender Norbert Hillebrand.
Dazu gab es jetzt einen Informationsaustausch mit der Politik, zu dem der Förderverein Radio Lippeland SPD-Politiker in das Studio an der Südstraße in Lippstadt eingeladen hatte. Die Lippstädter Landtagsabgeordnete Marlies Stotz und der Fraktionsvorsitzende der SPD im NRW-Landtag, Norbert Römer, kamen dieser Einladung gerne nach.
Nach einer kurzen Darstellung der mehr als 25jährigen Geschichte des Radiovereins ging Lippeland-Vorsitzender Norbert Hillebrand auf die prekäre Situation des Vereins als freier Bildungsträger ein.
Dabei beklagten Norbert Hillebrand, Mathias Marx und Cornelius Rupp von Radio Lippeland unter Anderem bürokratische Abläufe in der Bürgerfunkförderung seit der Änderung des Landesmediengesetzes im Jahre 2007.
So vergeht von der Antragstellung bei der Landesanstalt für Medien (LfM) über Bewilligung bis zur Abrechnung mitunter ein Zeitraum von bis zu einem halben Jahr. Erschwerend käme hinzu, dass bisweilen erst nach Abrechnung eines Projektes ein neues Projekt beantragt werden könne. Da die Finanzierung der zertifizierten Radiowerkstatt seit 2008 ausschließlich über Projekte erfolgt, ließe das eine verlässliche Haushaltsplanung nicht zu. „Dreieinhalb Jahre nach der Umstellung der Finanzierung auf die Projektförderung leben wir inzwischen von der Hand in den Mund“, macht Norbert Hillebrand die missliche Situation des Vereins deutlich.
Ohne geänderte Rahmenbedingungen in der Bürgerfunkförderung drohe Ende 2011 die Schließung des Lippstädter Studios, wenn nicht der vollständige Zusammenbruch des Bürgerradios im Kreis Soest.
Die Gäste aus der Politik zeigten sich gesprächsbereit und sagten Kontakte zu den Medienfachleuten der SPD zu. Dieses Gespräch soll möglichst noch vor der Sommerpause in Düsseldorf stattfinden, damit schnellstmöglich die Finanzierung des Bürgerfunks insgesamt und damit auch im Kreis Soest gesichert ist.
„Außerdem möchte ich gern das Thema der Sendezeiten in das Gespräch einbringen, da seit September 2007 die meisten Bürgerradio-Programme erst ab 21:00 Uhr auf der Frequenz des Hellweg-Radios zu hören – das ist viel zu spät,“ so der Vereinsvorsitzende.

Marlies Stotz und Norbert Römer bei der Besichtigung
des Lippstädter Bürgerfunk-Studios